Schön, dass ihr da seid

WELCOME TALES 29.09.2015

Begegnung auf dem Feld

Sonntag Nachmittag auf dem Tempelhofer Feld: Hunderte Geflüchtete aus aller Welt und eine ähnlich große Anzahl Alt-BerlinerInnen haben sich auf Berlins schönster Freifläche zu einem riesigen Willkommens-Picknick versammelt. Es gibt leckerstes Essen, Getränke, Live-Musik, Spiele, Workshops, Infostände, Rechtsberatung, u.v.m. und wenn man sich das bunte Treiben so anschaut, dann kann man kaum glauben, dass zwischen der Idee zu einem interkulturellen Fest und der Umsetzung gerade einmal drei Wochen gelegen haben sollen.


Veranstaltet wird das Happening von einer heterogenen Mischung aus AktivistInnen, AkteuerInnen der Berliner Hedo-Hippie-Partyszene und Initiativen. „Die Sonne sagt heute auch Refugees Welcome“, murmelt einer der Organisatoren im Vorbeigehen – und tatsächlich hätte man sich kein schöneres Herbstwetter für diesen besonderen Tag vorstellen können. Überhaupt scheint heute alles zu funktionieren: Die kleine Zeltstadt auf dem Feld wurde quasi über Nacht errichtet, Essen wurde in großen Mengen gespendet und auch das Abholen der Geflüchteten aus den Heimen in der ganzen Stadt hat trotz des enormen logistischen und finanziellen Aufwands wunderbar funktioniert – dank der großen Zahl an Freiwilligen, die in den letzten Tagen und Wochen ihre Freizeit und Energie dem Willkommenspicknick gewidmet haben. Einzig die tiefen Augenringe in den Gesichtern einiger HelferInnen verraten von der Mühe der letzten Zeit. Eine Mühe, die sich gelohnt hat: Die Stimmung auf dem Feld ist ausgelassen und viele Geflüchtete erfahren zum ersten Mal einen Kontakt zu BerlinerInnen abseits von Heimen, Ämtern und Polizei. Und genau darum soll es bei diesem Picknick auch gehen: Unsere neuen MitbewohnerInnen willkommen zu heißen, von Ihnen zu lernen, sie kennenzulernen und einzuladen, am bunten und schönen Leben in Berlin teilzuhaben.

Natürlich ist so ein Picknick nur ein erster Schritt. Es ist an der Politik, die entwürdigen Zustände an dem LaGeSo und in den Unterkünften abzustellen. Es ist ein Skandal, dass einer der größten Kostenpunkte bei so einer Veranstaltung die BVG-Tickets für die Flüchtlinge darstellen, weil der landeseigene Verkehrsbetrieb auch an so einem besonderen Tag den Geflüchteten keinen Zugang zur kostenlosen Mobilität in der Stadt anbietet. Und es ist an uns BerlinerInnen, die vielen Tausend neuen BewohnerInnen der Stadt, die Krieg und Elend in einer lebensbedrohlichen Flucht hinter sich gelassen haben, so gut es geht zu unterstützen. Das Picknick auf dem Feld war ein erster Schritt. Weitere folgen hoffentlich. Refugees Welcome!

Du willst beim nächsten Picknick mithelfen? Du hast Ideen für gelebte Willkommenskultur und suchst MitstreiterInnen? Du willst mit einer Spende weitere Projekte ermöglichen? Mittels diese Facebook-Seite erfährst Du mehr (externer Link).

 

Galeria Willkommen 

(zum Vergrößern auf Fotos klicken)

 

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