Am Rande vom Wahnsinn

BERLIN TALES 04.12.2013

Wer an Neukölln denkt, hat höchstwahrscheinlich Anarchie auf den Straßen, Druffies auf dem Gehweg, überhypte Barstraßen und unterschätzte Eckkneipen vor Augen. Ein Leben am Rande von Chaos und Wahnsinn eben. Gehst Du in Kreuzberg zu weit, landest Du in Neukölln, heißt es. Dass es nur einen Pfandflaschenwurf vom Bahnhof Neukölln entfernt ein neobarockes Gartendenkmal mit dem Namen Körnerpark gibt, wissen nur die wenigsten. Was früher eine Kiesgrube war, ist seit 1916 eine 2,4 Hektar große Parkoase, eingerahmt von hohen Stützmauern, denn das Areal liegt ein paar Meter unter dem umliegenden Straßenniveau. Durch diesen Höhenunterschied fühlt sich der Parkgänger regelrecht entrückt vom umliegenden Geschehen, ganz so, als tauche man in ein überdimensionales Schwimmbecken.

Sprung in eine andere Welt

Sprung in eine andere Welt

Das Vorbild Paris und speziell Versailles ist dabei nicht zu übersehen, sogar eine kleine Orangerie findet ihren Platz, heutzutage genutzt als Café und Galerie. Dazu kommen mächtige Blumenkübel sowie steinerne Skulpturen, beides typisch für die Zeit des Neobarock und beides ein unerwarteter Anblick in Neukölln. Und da kaum jemand kennt diesen kleinen Schloßpark ohne Schloß kennt, ist man hier meistens ziemlich alleine unterwegs. Was ein mehr als heilsames Unterfangen sein kann, gerade wenn man vom Trubel und Dreck der unweit verlaufenden Karl-Marx-Straße kommt. Und da Kontraste bekanntlich Spannung erzeugen, sei dieses Neuköllner Parkkleinod dem geneigten Leser zur Entdeckung ans Herz gelegt.

Körnerpark +++ Schierker Straße 8 +++ 12051 Berlin +++ S+U Neukölln
GALERIE (ZUM VERGRÖSSERN AUF FOTOS KLICKEN)

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