75 Days of New Zealand // Episode 7

North Island Tales 29.03.2017

Real Unreal

Die engen Straßen voller aufgeregter Menschen, die maßlos in die Höhe geschossenen Spiegelbauten, die riesigen Kreuzfahrtschiffe am Hafen… offensichtlich bin ich wieder in Auckland gelandet, jenem Ort, an dem mein großer Neuseelandtrip vor 75 Tagen angefangen hatte, Melting Pot Neuseelands, An- und Abfahrtsort für fast alle von uns Wunderweltsuchenden. Versonnen laufe ich durch die Downtown der einzigen wirklichen Großstadt Neuseelands, deren Trubeligkeit dem eines aufgeschreckten Taubenschlags gleicht. Durch meinem Kopf wandern unzählige Bilder … diese Inseln, dieses Meer, diese Bäume, diese Seen, diese Natur… war das alles real, was ich gesehen und erlebt habe oder habe ich das alles nur geträumt? Drei Wochen trippte ich, wieder in meiner geschätzten Lady Estima, durch die Nordinsel Neuseelands, wie auch schon zuvor im Süden einmal von ganz unten bis ganz oben, über 1.200 km weit, als Ziel den nördlichsten Punkt des Landes vor Augen habend. Wie in den letzten Wochen schon habe ich versucht, ein paar Eindrücke einzufangen und Euch mitzubringen, als visueller Goldgräber der modernen Zeit.

Los ging alles in Wellington, Neuseelands Hauptstadt wie Regierungssitz und wahrscheinlich kleinste Metropole der Welt, die so weltoffen, mondän und kulturell exponiert daherkommt wie eine Großstadt, in Wahrheit aber noch nicht einmal 200.000 Einwohner zählt. Als ich in Wellington ankam tobte gerade ein großes Musikfestival in der Stadt, nach meinem Naturleben der letzten Tage eine schöne Abwechslung. A propos schön: Das ist Wellington auf jeden Fall, viel schöner als das wirtschaftliche Zentrum Auckland und mit viel mehr Kultur- und Partyleben aufwartend als zum Beispiel Queenstown im Süden. Wenn ich einen Ort zum dauerhaften Leben in Neuseeland auswählen dürfte, es wäre wohl Wellington. Aber seht selbst:


Weiter ging meine Reise nach Napier, einer kleinen Hafenstadt an der Ostküste mit bewegter Geschichte. Ein großes Erdbeben im Jahre 1931 zerstörte fast den gesamten Ort. Um ein Zeichen des Aufbruchs zu setzen, beschloss man in den Folgejahren, die ganze Stadt im Art-Déco-Stil wieder aufzubauen. „Lasst uns eine neue Epoche beginnen“, sollte die Botschaft an die Menschen der Stadt sein und so wurden Architekturstudenten aus dem ganzen Land nach Napier gesandt und mit dem Wiederaufbau betraut. Herausgekommen ist eine Mischung aus Filmkulisse, Zeitreise in die 20er und 30er  und Freilichtmuseum – nur, dass es sich eben um eine echte Stadt handelt, die Menschen leben hier in einer realen Kunstwelt.

Zeit für neue Naturwunder. In Rotorua im Landesinneren fand ich Geysire, Thermalfelder, buntstinkende Schwefelseen, Wunderwälder und Vulkane, wieder so eine Zauberlandschaft, eingehüllt im permamenten Mief von faulen Eiern, dem Schwefel sei Dank.

Wer Einsamkeit und unberührte Natur in Neuseeland sucht, muss zur Coromandel Halbinsel am Pazifik, meiner nächsten Station. Die Zufahrtswege bestehen aus Schotterstraßen-Serpentinen, Handyempfang gibt es so gut wie nie und Essen und Wasser sollte man sich mitbringen. Belohnt wird man mit einer wilden Traumwelt ohne Menschen, dafür umso mehr Tieren und einer Sehnsuchtslandschaft.

Ab jetzt wird die Realität immer irrealer, die Grenzen zwischen Wach- und Traumwelt scheinen zu verwischen. Auf dem Weg zum nördlichsten Punkt Neuseelands passierte ich die Bay of Islands, Zeit für viele „Ahhhs“ und „Ohhhs“…


Und endlich hatte ich es geschafft: Einen Monat und über 2.000 km, nachdem ich den südlichsten Punkt Neuseelands erreichte, war ich nun am nördlichsten angekommen… Cape Reinga… Da, wo sich die die Tasmansee (zur linken) und der Pazifik (zur rechten) treffen und der Ort, an dem sich nach den Maoris Frau und Mann vereinen… representing the coming together of female and male… the creation of life.


Die Zeit der Weltenwunder war aber noch nicht vorbei. Auf dem Weg zurück aus dem höchsten Norden bekam ich noch eines der größten Naturwunder zu sehen, die mensch wohl jemals erblicken darf: Die uralten und übermächtigen Bäume des Kauri Waldes

Take me back where it all once started … meine 75 Days of New Zealand endeten so, wie sie angefangen hatten. Bevor es zum Ausgangsort Auckland zurückging, legte ich aber noch einen Zwischenstopp im Hippie-Surfer-Paradies von Raglan ein, was ganz am Anfang meines Trips auch meine erste Station nach Auckland war. Wellenreiten ist Magie, was ich ja schon in Teil 2 dieser kleinen Serie feststellen konnte.


Folge 7 und der Nordtrip enden an dieser Stelle. Mit meiner Rückankunft in Auckland geht nicht nur meine Rundreise durch die Nordinsel Neuseelands, sondern auch mein gesamter Neuseelandtrip zur Neige. Ich kann es kaum glauben. Nicht, was ich in den letzten 75 Tagen gesehen und erlebt habe und nicht, dass in ein paar Stunden alles vorbei sein soll. Ein bisschen was zu erzählen und zeigen aus Neuseeland wird es aber auch noch geben… Also: Fortsetzung folgt…


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